Die Bronzen, mit
Recht kritisch betrachtet, wenn sie zu beliebiger
Reproduktion missbraucht wird, ist derjenige
Stoff, welcher, cire perdu gegossen, die
reichste Instrumentierung erlaubt. Robuste
Volumen und feine Oberflächendifferenzen,
kräftige, gespannte Formen und weiche,
sensible Details. Geringste Querschnitte
sind möglich, Volumen können vorgegeben
oder negiert werden. Grate, Schnitte, Risse
können die Oberflächen verletze,
weichste Verwerfungen können die Formen
Umspielen. Das Vorstadium im Wachs erlaubt
unendlich häufige Korrekturen: erst
im Arbeitsvorgang findet sich das eigentliche
Thema.
(Werksverzeichnis der Plastiken 1955-1977,
Galerie Brusberg, Hannover)
Vita
1927
wird Emil Cimiotti
am 19. August 1927 in Göttingen
geboren.
1949
Studium an der
Kunstakademie in Stuttgart bei Otto
Baum & Willi Baumeister.
1951
geht Cimiotti
an die HBK nach Berlin zu Karl Hartung.
Cimiotti geht für ein Semester
nach Paris zu Ossip Zadkine. Er besucht
Brancusi, Le Corbusier sowie Fernand
Leger.
1952
kehrt Cimiotti
an die Kunstakademie Stuttgart zurück,
wo er 1954 sein Akademiestudium beendet.
1957
erhält Cimiotti
den Kunstpreis »junger westen
57« für Bildhauerei..
1958
ist Cimiotti mit
einer Werkgruppe im Italienischen
Pavillon der 29. Biennale in Venedig
vertreten.
1959
erhält Cimiotti
den Kunstpreis »junger westen
59« für Handzeichnung sowie
das Stipendium der Villa Massimo in
Rom. Im selben Jahr nimmt er an der
documenta II 1959 in Kassel sowie
an Ausstellungen in den USA und Paris
teil.
1960
werden die in
Rom entstandenen Arbeiten im Kölner
Kunstverein ausgestellt und fast sämtlich
von Museen erworben. Er nimmt an der
30.Biennale in Venedig im Deutschen
Pavillon mit Baumeister, Bissier und
Schmidt-Rottluff teil.
1963
wird er als Gründungsmitglied
der Kunsthochschule in Braunschweig
berufen.
1964
nimmt er teil
an der documenta III.
1966
ändert er
seine Arbeitsweise, er schafft Auflagengüsse
in Sandguss. Es entstehen größere
Freiplastiken für die Universitäten
Göttingen, Kiel und Konstanz.
1968
ist er Teilnehmer
der 4. documenta.
1971
kehrt Cimiotti
zu seiner alten Technik des direkten
Arbeitens in Wachs zurück. Es
entstehen Stillleben, letztlich Vanitasmotive.
Cimiotti setzt erstmals bei seinen
Plastiken Farbe ein.
1981-83
erlaubt ein schwerer
Unglücksfall in der Familie kaum
plastisches Arbeiten.
1989
folgen die letzten
Jahre der Lehrtätigkeit an der
Braunschweiger Kunsthochschule und
der Umzug in das neue Atelier in Hedwigsburg.
Äußerst produktive Jahre
folgen, mit Retrospektiven in Osnabrück
und Recklinghausen. Er nimmt an der
Ausstellung »Europäische
Plastik der Informel« im Wilhelm
Lehmbruckmuseum in Duisburg teil und
wird zum Mitglied der Akademie der
Künste in Berlin-Brandenburg
gewählt.