| Mirko Schallenberg
gibt Alltagsgegenständen durch eine
scheinbar akribische Malerei, durch eine
exzellente Farbwahl und durch die eigenartige
Zusammenstellung ihrer so unterschiedlichen
Formen bei oft starker Vergrößerung
ein sur-reales Eigenleben. Das ist keine
neue Sachlichkeit und auch kein Surrealismus.
Es ist nicht die Anordnung seiner Gegenstände
und nicht eine bedeutungsschwere Auswahl
dieser Gegenstände – nein,
mir scheint, es ist die poetische Stimmung,
die den Gegenständen, von Schallenberg
betrachtet, innewohnt. Poesie ist allen
Dingen eigen, allerdings nur, wenn man
sie so betrachten kann wie Schallenberg.
Wir treffen auf die Rätselhaftigkeit
und Fremdheit von Dingen, die ihrer Alltäglichkeit
entzogen wurden. Schallenberg arbeitet
sachlich. Die Auswahl der Stücke
für ein neues Bild folgt sicher nicht
der Absicht, mit Symbolen eine Geschichte
zu erzählen. Aber es könnte
passieren, dass wir Betrachter plötzlich
meinen, dem Wesen des Surrealen zu begegnen,
wiewohl der Maler nur malte – aus
Freude am Malen.
Ludwig Zerull, 2007
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