| Siegfried
Neuenhausens kleinformatige Bronzeskulpturen
sind über die Jahre zu einer in sich
geschlossenen Werkgruppe zusammengewachsen.
Seit 1977 entstehen in jedem Jahr ein
paar neue Arbeiten durchweg in Auflagen
zwischen 60 und 100 Exemplaren. Es geht
Neuenhausen um knappe Formulierungen menschlicher
Situationen. Da trägt einer sein
eigenes Gefängnis, ein anderer schleppt
mühsam sein Haus. Ein Kopfloser verbeugt
sich devot, ein Kleiner trabt im Gleichschritt
hinter einem Großen daher. Die Gruppe
der »Gleichen«, jene anonymen
Männer mit Mantel und Hut sind vervielfältigte
Figuren, die zu Psychospielen einladen.
Die einzelne Figur ist selbstständige
Skulptur, aber zugleich Teil eines variablen
Ganzen. Die unterschiedliche Zusammenstellung
signalisiert Nähe, Abwendung, Zuwendung
usw. Wechselnde Verhältnisse von
Masse und Zwischenraum werden im Spiel
psychisch unterschiedlich besetzt.
Viele Betrachter finden in den Bronzen
ihre eigene Befindlichkeit wieder.
Stilistisch gibt es deutliche Unterschiede:
Manche Arbeiten wirken durch ihre lockere
Modellierung fast skizzenhaft, andere
wirken durch scharfe Charakterisierung
der Gegenstände und die Klarheit
der Volumen kalt und distanziert.
Aber meist ist - so oder so - eine Prise
Ironie im Spiel.
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